EU Änderung bei alternativen Heilmitteln
Ab dem 1. Mai 2011 treten im Pharmaziebereich zwei Neuerungen in Kraft.
Die erste Änderung betrifft alternative Heilmittel: Ab Montag gilt eine neue EU-Richtlinie, die die Verwendung von Heilpflanzen und zugehöriger Arzneien einschränken soll. Denn von nun an werden Zubereitungen aus Pflanzen und Kräutern als medizinische Produkte definiert, nicht mehr als Naturheilmittel. Die Konsequenz ist, dass diese Produkte eine medizinische Zulassung benötigen – die teuer und zeitaufwändig ist. Den Anbietern von alternativen Heilmitteln fehlen jedoch die dafür notwendigen finanziellen Mittel, über die große Pharma-Unternehmen verfügen. Eine Folge könnte sein, dass demnächst einige Produkte vom Markt verschwinden. In Deutschland stößt diese Entscheidung teilweise auf großen Widerspruch: Bereits 120.000 Bürger haben nach Informationen des „Wochenblatts“ eine Petition an das Europaparlament unterschrieben, indem sie den Stopp der Richtlinie fordern.
Dass einige Mittel wie Eukalyptusöl, Baldrianextrakt und Artischockenblätter ab kommenden Montag für den Verkauf außerhalb der Apotheke freigegeben sind, dürfte den Protestierenden nur ein schwacher Trost sein.